Warum und für wen? Aufstellungsarbeit

Für wen und für welches Thema ist denn die Aufstellungsarbeit (Familienstellen) überhaupt hilfreich? Diese Frage bekomme ich öfters zu hören. Vielen ist die Aufstellungsarbeit auch suspekt und sie haben sogar regelrechte Ängste. Ist das esoterischer Quatsch? Und was passiert da eigentlich? Diese Fragen möchte ich in meinem folgenden Beitrag gern beantworten.

Aufstellungsarbeit – Sinn und Nutzen

Zunächst einmal möchte ich dich beruhigen. Bei der Aufstellungsarbeit handelt es sich um ein Tool, ein Werkszeug bzw. einer Kurzintervention aus der systemischen Familientherapie. Diese wurde entwickelt von der amerikanischen Familientherapeutin Virgina Satir und durch Bert Hellinger unter Anderem in Deutschland bekannt gemacht. Leider ist die Methode nicht geschützt und daher solltest du verstärkt darauf achten, welchen Hintergrund, welche Qualifikation der von dir ausgewählte Therapeut hat. Wichtig ist auch, dass er sich mit psychischen Erkrankungen gut auskennt und somit ist eine Zusatzausbildung neben der eigentlichen therapeutischen Methode als Heilpraktiker ein Muss meines Erachtens.

Aufstellungsarbeit ist eine sehr tiefgreifende Methode zum Lösen von seelischen und körperlichen Unwohlsein und keinesfalls eine Art „Party-Spiel“. Mit dieser Arbeit können zwischenmenschliche Spannungen Schritt-für-Schritt aufgelöst und geklärt werden.

In der Aufstellungsarbeit geht es vor allem um dich. Es geht um dein körperliches und seelisches Wohlbefinden, um deine Herkunftsfamilie, um deinen Partner, deine Kinder, deine Freunde und Kollegen sowie um deine seelisch-geistige Weiterentwicklung. Du stehst also mit deinem Anliegen als Aufsteller/in im Mittelpunkt.

Wie funktionieren denn nun Aufstellungen? Wie muss man sich den Ablauf vorstellen?

Wenn du selbst ein Anliegen hast, also eine Frage oder ein Problem hast, welches du aufstellen möchtest, dann meldest du dich zu einer Aufstellung an. Es gibt hier zwei Möglichkeiten des Stellens: die Einzel- oder Gruppenaufstellung. Bei der Gruppenaufstellung nehmen noch andere Menschen als Teilnehmer statt. Einige wollen vielleicht ebenfalls selbst aufstellen, andere nehmen nur in der Rolle als Stellvertreter teil, wiederum andere möchten nur zuschauen. Aus jener Teilnehmergruppe suchst du für dein Anliegen bzw. dein System die Stellvertreter aus. Zum Beispiel für deinen Vater, deine Mutter, deine Geschwister und für dich selbst. Die Stellvertreter verkörpern / repräsentieren dann die Familienmitglieder des Ratsuchenden. Diese stellst du nach deinem eigenen inneren Bild im Raum auf. Hierzu fragst du sie, ob sie bereit wären, die Rolle zum Beispiel der Mutter zu übernehmen. (Natürlich können die Teilnehmer eine Rolle ablehnen – jedoch kommt dies selten vor). Dann führst du sie, indem du hinter sie trittst und an den Schultern durch den Raum dirigierst, an ihren Platz. Nachdem du alle wichtigen Familienmitglieder aufgestellt hast, auch deinen eigenen Stellvertreter, gehst du aus dem Feld und setzt dich als Beobachter an den Rand. Nun werden die Stellvertreter aufgefordert sich in die jeweiligen Rollen einzufühlen. Anschließend werden sie dann von der Leitung (dem Therapeuten) befragt. Hier geben Gefühlsäußerungen die bis hin zu körperlichen Ausdrucksweisen führen, erste Hinweise zur Aufklärung der Ursachen und ermöglichen somit die Auflösung des Konflikts. Es entsteht ein sehr tiefgreifender und spannender Prozess, bei dem auch Tränen fließen, jedoch auch viel gelacht wird. Auch in der Rolle des Stellvertreters nimmst du viel aus den Rollen und der gesamten Aufstellung für dich mit. Oft „bearbeitest“ du hier bereits schon erste eigene Fragestellungen und Themen.

Einzelaufstellungen

Hier wird anstatt von Teilnehmern als Stellvertreter mit Bodenankern, Holzklötzchen oder Playmobilfiguren gearbeitet. Der Therapeut fühlt sich dann selbst in die verschiedenen Rollen ein. Dies wird meistens im Zuge einer Therapiesitzung angeboten, wenn man die Ursache nicht richtig greifen kann oder sich zu einer bestimmten Frage mehr Klarheit wünscht. Aber es gibt auch Klienten, denen eine Aufstellung ihres Anliegens vor einer Gruppe von fremden Menschen nicht behagt. Für diese bietet sich dann auch die Einzelaufstellung als Einstieg ins Familienstellen an.

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Warum soll man Aufstellungen bei einem „Experten“ – ausgebildeten Therapeuten machen?

Wie bereits erwähnt ist das Familienstellen, wie die Aufstellungsarbeit auch genannt wird, eine Kurzintervention aus der systemischen Familientherapie. Wenn du ein Anliegen aufstellen möchtest und dich für eine Aufstellung anmeldest, benötige ich noch einige Fakten als Grundlage hierfür. Daher gibt es vorher immer eine Anamnese. In diesem Gespräch bitte ich dich einige Fragen zu beantworten. Es dient auch dazu, dass du dich mit deiner Geschichte und Familie innerlich beschäftigst, sie ins Bewusstsein holst und hierbei auf die mit aufkommenden Gefühle achtest. Was sind das für Gefühle? Trauer, Wut oder Liebe? Wie fühlt sich das an, wenn du an XY denkst? Wo im Körper sitzt das Gefühl?… Und natürlich interessiert mich der Grund deines Anliegens? Warum möchtest du aufstellen? Durch die genaue Abklärung des Anliegens wird das „Problem“ bereits auf den Punkt gebracht. Wichtig ist hier auch, dass man mit dem nötigen Ernst und Respekt heran geht. Rein aus Neugierde empfehle ich dir keine Aufstellung zu machen, denn rein aus Neugierde wirst du nichts verändern.

Natürlich kann es vorkommen, dass manchmal bei dem Aufsteller, einem Stellvertreter oder auch Zuschauer ungute Gefühle, verstörende Gefühle und Gedanken hoch kommen.  Manchmal wird ein verborgenes oder abgespaltenes Thema wieder „angetriggert“. All dies muss der Therapeut, die Leitung, beobachten bzw.im Auge haben um notfalls eingreifen zu können bzw. weiterführende Gespräche anzubieten. Ziel ist es, dass alle teilnehmenden Menschen mit einem guten zumindest neutralen Gefühl nach Hause gehen. Daher gibt es zum Beispiel für die Aufsteller aber bei Bedarf auch für die anderen Teilnehmer immer die Möglichkeit einer Nachbesprechung. Eine Aufstellung wirkt immer bis zu 6-8 Wochen nach.

Ich persönlich schätze die Aufstellungsarbeit sehr und bin sehr dankbar diese Methode in Aus- und Fortbildungen, Übungs- und Selbsterfahrungsgruppen gelernt, anwenden und anbieten zu können. Meine erste Aufstellung liegt nun schon viele Jahre zurück und trotzdem ist jede Aufstellung neu und spannend und ich lerne stets dazu. Für mich ist jede Aufstellung, sei es als Leitung, Stellvertreter oder als Zuschauer ein Gewinn. Und ich hoffe und wünsche mir, dass es bei dir genauso ist. Eine gute Einstiegsmöglichkeit, um das Familienstellen kennen zu lernen, ist die Rolle als Stellvertreter. Gesucht werden diese immer, denn mit vielen Stellvertretern lassen sich größere Systeme und mehrere Generationen natürlich viel besser aufstellen. Solltest du nun Interesse haben, in Hamburg oder Schleswig Holstein wohnen, dann melde dich bitte. Du kannst dich auch auf eine Interessenten-Liste setzen lassen und erfährst dann alle Aufstellungstermine und Orte per E-Mail. Dann hast du immer noch Zeit dich verbindlich anzumelden. Melde dich unter der folgenden Mail-Adresse: info@praxis-gina-haschke.de an.

Ich freu mich auf dich! Licht und Liebe – GINA.

 

 

 

 

 

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