Aufstellungsarbeit – damit die Liebe wieder fließen kann

Heute möchte ich dir etwas aus meiner Praxisarbeit und Erfahrung erzählen und dir eine tolle Methode vorstellen: die Aufstellungsarbeit auch Familienstellen genannt. Leider ist diese Methode immer noch mit sehr vielen Vorurteilen behaftet. Für die einen ist es „Hokuspokus“, für die Anderen „esoterischer Schwachsinn“ und für Andere, dass geheimnisvolle Tool, die Methode aus der systemischen Familientherapie, die recht schnell Licht ins Dunkle bringt und die Liebe frei fließen lässt. Hier in meinem folgenden Beitrag will ich dir nun mehr darüber erzählen, damit du dir ein eigenes Bild darüber machen kannst.

Systemische Aufstellungen – damit die Liebe wieder frei fließen kann…

Mein Hauptarbeitsfeld ist wie du bereits weißt, die systemische Beratung und Therapie für den Einzelnen, für Paare, Familien und Teams. Systemische Beratung und Therapie ist ein Kurzzeit-therapeutisches und lösungsorientiertes Verfahren. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch die Lösung seines Problems in sich trägt und der Berater/Therapeut nur ein Weggefährte zum Finden der Lösung ist. So werden hier persönliche und berufliche Problemaufstellungen nie isoliert betrachtet, sondern immer im Kontext von einer Vielzahl von Faktoren und Wechselwirkungen betrachtet. Je nach Komplexität reichen in der Regel 3 -max. 10 Seetings. Eines der wichtigsten Werkzeuge der systemischen Beratung und Therapie ist die Aufstellungsarbeit, auch Familienstellen, genannt. Die Systemische Aufstellungsarbeit ist eine Kurzintervention aus der systemischen Familientherapie und wurde von der amerikanischen Familientherapeutin Virginia Satir entwickelt. Bekannt wurde sie in Europa unter Anderem durch den Psychotherapeuten Bert Hellinger.

Was kann man sich unter Aufstellungsarbeit nun vorstellen?

Jeder Mensch ist in verschiedene Systeme (Familie, Freude, Teams) eingebunden. Die intensivste und prägenste Beziehung erleben wir jedoch in unserer Herkunftsfamilie, welche wiederum unsere gesamten folgenden Beziehungen beeinflusst. Genau hier, ist oft der Einzelne mit anderen Schicksalen aus seiner Familie unbewusst verbunden. Diese Verstrickungen (Hellinger spricht hier vom „Familien-Gedächtnis“) wirken oft über viele Generationen hinweg und beeinflussen unser Leben unbewusst. Das heißt: Menschen fühlen sich oft unbewusst mit jemanden aus der Ursprungsfamilie, oft handelt es sich hierbei um eine ausgeschlossene Person, verbunden und leben noch einmal deren Schicksal.

Eine Systemaufstellung kann helfen:

  • diese Verstrickungen sichtbar zu machen und zu lösen
  • sich von belastenden Gefühlen und Verhaltensweisen zu verabschieden
  • fest gefahrene Lebensumstände zu ändern
  • Antworten auf Lebensfragen zu finden
  • mit Freude der Mensch zu sein, der man ist etc.

Was ist die besondere „Stärke“ der Therapieform?

Wenn wir unser Anliegen durch Stellvertreter im Raum aufstellen, dann bringen wir unser inneres Bild nach Außen und die Energie unserer Beziehungen überträgt sich auf die Stellvertreter. Die Stellvertreter spüren die Belastungen und Blockaden der Person, die sie repräsentieren. Die Lösung besteht darin, dass alle Gefühle wie Wut, Trauer, angst etc. – die bisher den Fluss der Liebe behinderten und die Ordnung blockierten, sichtbar gemacht werden. Wenn wir das Schwere, was sich nun in der Aufstellung offenbart, annehmen und achten, kann sich in unserer Seele etwas lösen und heilen und die Liebe kann wieder fließen.

Wie gestaltet sich ein Aufstellungsseminar? Was erwartet dich?

Zunächst findet ein kurzes Vorgespräch statt, wo du mir dein Anliegen und Lösungswunsch vorträgst. Ich erstelle ein Genogramm der Herkunfts- und Gegenwartsfamilie, welches Geburtsdaten, Orte, Geschwisterfolge und besondere Ereignisse beinhaltet. Bei der Aufstellung in der Gruppe, wird dann mit Stellvertretern gearbeitet, die der Klient für sich selbst als auch für die am Problem beteiligten Personen aus dem Kreis der Teilnehmer auswählt. Der Klient stellt die Stellvertreter nach seinem inneren Bild im Raum auf, einschließlich der eigenen Person. Das heißt: Er weißt jeder Person des Systems ein Platz nach seinem inneren Bild zu. So bestimmt er die Blickrichtung, Nähe und Distanz. Er selbst stellt sich an den Rand als Beobachter und hat so die Möglichkeit seine Familie, sein System von außen, von der Meta-Ebene, zu betrachten. Später nimmt er dann seinen Platz im System ein, um in das direkte Erleben zu kommen.

Die Stellvertreter bekommen ausreichend Zeit, sich in die Rolle einzufinden und spüren recht schnell die Belastungen und Blockaden der Person, die sie repräsentieren. Ihre Aussagen sind oft verblüffend. Ohne die Person zu kennen, für die sie stellvertretend stehen, können sie deren Gefühle oft sehr gut nachempfinden und äußern. Oft fühlen sie sich an ihrem Platz unwohl, weil sie intuitiv spüren, dass es nicht der richtige Platz in der Familie ist.

Alle Stellvertreter werden nach ihren Gefühlen und Wahrnehmungen von mir (Gruppenleitung) befragt und mit Hilfe ihrer Äußerungen, meiner eigenen Wahrnehmung vom „Feld“ und meiner Erfahrung, suche ich dann gemeinsam mit dem Klient und deren Stellvertreter, den Weg zu einer guten, stimmigen Lösung. Dann erst tauscht der Klient seinen Beobachterplatz mit seinem Stellvertreter, um die Veränderungen selber spüren und erfahren zu können. Die Positionen der Stellvertreter werden neu geordnet, bis jeder seinen richtigen Platz gefunden hat. Oft werden hierzu auch heilende Lösungssätze angeboten. So werden behutsam gestörte Ordnungen und übernommene Gefühle aufgelöst.

Diese Methode ist geeignet für:

  • alle, die eine persönliche, familiäre oder berufliche Situation klären möchten.
  • Menschen, die sich ein Veränderung in einem Bereich ihres Lebens wünschen.
  • Menschen, die unter körperlichen und psychischen Symptomen leiden.
  • Eltern, die sich Sorgen um ihren Nachwuchs machen (Schulprobleme, Drogen etc.)
  • Paare, deren Beziehung trotz aller Bemühungen nicht „richtig“ läuft.
  • Menschen, die mehr darüber erfahren möchten, warum sie so sind (ticken) wie sie sind.

Ergänzend kann man sagen: Die Aufstellungsarbeit richtet sich an alle Menschen, die in ihrem Leben Probleme wahrnehmen, sie jedoch nicht zuordnen können.

„Wer immer nur in den Fußstapfen der anderen geht, findet nie seinen eigenen Weg“.

Dauer der Aufstellung

Die Dauer einer Aufstellung ist individuell verschieden. In der Regel dauert eine Aufstellung 45 – 60 Minuten. Es wird darauf geachtet und so lange „gearbeitet“, bis jeder Stellvertreter seinen richtigen Platz gefunden und eingenommen hat. Erst dann wird die Aufstellung beendet und alle Stellvertreter mit einem kleinen Ritual aus ihren Rollen entlassen. Zwischen den Aufstellungen gibt es Pausen.

Familienstellen ist eine tiefgreifende und erkenntnisreiche Selbsterfahrung. Die Teilnahme geschieht in eigener Verantwortung. Falls vor und nach der Teilnahme an einer Aufstellung, Bedarf nach weiteren oder klärenden Gesprächen aufkommt, besteht die Möglichkeit mich zu kontaktieren.

Aber auch als Beobachter kannst du für dich sehr viel daraus mitnehmen, wie:

  • Erweiterung deines Bewusstseins für die eigenen Beziehungsstrukturen
  • Lösungsmöglichkeiten für eigene Probleme erfahren
  • neue Wege eröffnet bekommen
  • ein größeres Verständnis für das menschliche Handeln gewinnen
  • die Möglichkeit, als Stellvertreter für eine Person in deren Aufstellung zu stehen und/oder somit einen Einblick in die Methode zu bekommen.
  • dein Einfühlungsvermögen entdecken und weiter ausbauen
  • im direkten emotionalen Erleben die Wahrnehmungsfähigkeit für dich und andere vertiefen

Was ist noch wichtig und mir wichtig?

Wichtig sind mir eine behutsame, empathische Begleitung, Offenheit und Achtsamkeit. Ich bemühe mich einen geschützten Raum zu geben, wo alles sein darf, alles gesagt werden kann. Einen Raum zum trauern, um Wut heraus zu lassen, gemeinsam zu lachen etc.

Ich bin nur Wegbegleiterin, denn trotz zahlreicher Aufstellungen und Erfahrung, bin weder ich noch die Gruppe es, die führen, sondern es ist das „wissende Feld„, welches die Richtung vorgibt. Jede Aufstellung ist anders und einzigartig. Wichtig ist, sich unvoreingenommen in das Feld zu begeben, sich einzulassen, das Ego wie eine Jacke an der Garderobe abzugeben, also außen vor zu lassen. Mit „Feld“ ist nicht der Raum gemeint, wo die Aufstellungsarbeit stattfindet sondern der Kreis der anwesenden Menschen bilden das Feld. Menschen „strahlen“ etwas aus. Goethe hat das folgendermaßen beschrieben: „Alles Lebendige bildet eine Atmosphäre um sich herum“. Man spricht vom „morphischen Feld“ (Sheldrake). Es besagt, dass es ein Medium gibt, das auf unbekannte Weise zwischen lebenden Organismen und das manchmal über Tausende von Kilometern hin und her wandert und Inhalte verbreiten kann. So kann man sagen, das Energien und/oder Informationen auf eine uns unbekannte Weise geheimnisvolle Wege zurücklegen in Raum und Zeit.  Diese sogenannten morphischen Felder enthalten ein Gedächtnis auf früheren Systemen. Menschen erben durch ihre morphischen Felder eine Art „kollektives Gedächtnis„.

Und nun zu dir oder warum ich dir das hier alles erzähle:

Wenn du dich gerade in Trennung befindest oder schon getrennt hast, du dich fragst: „Warum passiert mir das…?“, du das Gefühl hast immer noch fremdbestimmt zu leben oder orientierungslos bist oder…. dann kann diese Methode, die recht kurz und knackig ist, vielleicht weiterhelfen, zumindest erste neue Erkenntnisse bringen. Vielleicht bist du jetzt neugierig geworden und möchtest sie einmal kennenlernen oder gar selbst ausprobieren (aufstellen), dann melde dich bitte. Auf meiner Praxis-Seite findest du die Aufstellungstermine und weitere Informationen. Ich biete das Familienstellen auch an weiteren Orten an oder komme ab einer bestimmten Teilnehmerzahl auch zu dir. Solltest du weitere Fragen haben, melde dich bitte. Ich werde versuchen sie dir zu beantworten.

Licht und Liebe – Gina.

 

 

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