Lass es los

Wie steht es um dein familiäres Erbe? Damit du weißt, von was ich hier berichte, möchte ich dich zunächst aufklären. Hier geht es nicht um das Haus, die Ferienwohnung an der See, die Firma, Wertpapiere oder um die Briefmarkensammlung aus dem Familienbesitz. Es geht um die Muster, Glaubenssätze, Brüche im Leben von Familienmitgliedern, die sich oft wiederholen, uns prägen und unser Leben nachhaltig beeinflussen. Gibt es ein Entkommen?

Der Familie kannst du nicht entrinnen. Sie wird immer ein Teil deines selbst bleiben.  Du bist in genau diese Familie – Sippe – hineingeboren worden. Vielleicht bist du stolz auf sie, vielleicht schämst du dich oder hasst sie sogar. Fakt ist, du bleibst immer Tochter oder Sohn, Enkelin oder Enkel deiner Familie. Ein weiterer Fakt ist, dass jede Familie ihre eigenen Gesetze, Rituale, Werte, Vorlieben, Abneigungen, Vorzüge und Nachteile hat. Das Verhältnis dieser Eigenschaften kann unterschiedlich sein. Die Familie teilt schöne und traurige Momente, vielleicht auch traumatische Erinnerungen, Geheimnisse, Stärken und Schwächen. Wie all das sich auf deine und künftige Generationen auswirkt, hängt mit dem Umgang der Familienbiografie ab. Zumindest ist es sehr spannend den Spuren der Familie zu folgen. Du wirst viel über sie und auch über dich erfahren. Es lohnt sich wirklich, sich mit der Familienbiografie zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Und es ist nie zu spät dafür. Du kannst die Vergangenheit zwar nicht verändern, wohl aber die Gegenwart und die Zukunft. Und das auch für künftige Generationen. Du hast also die Macht, dein Glück sowie deiner Kinder entscheidend zu beeinflussen. Du kannst die Weichen neu stellen, in dem du aufräumst mit hinderlichen Altlasten wie Muster, Glaubenssätze etc.

Dies kannst du zunächst für dich allein tun. Alles was du brauchst sind ein paar Informationen, Stift und Papier. Es ist zu empfehlen zunächst die Schriftform zu wählen. Schreib die positiven als auch die negativen Einflüsse auf, die dich bisher begleitet und geprägt haben. Hier ein paar Beispielfragen:

  • Welche Einflüsse, Rituale, Sätze haben dich eher behindert als Gutes hervor gebracht?
  • Von welchen Glaubenssätzen möchtest du dich trennen, weil du eine negative Schwingung spürst?
  • Welche Familienaufträge möchtest du nicht mehr erfüllen?
  • Welche Gefühle, die aus deiner Familie stammen, möchtest du los werden?

Das sind nur ein paar Beispiele. Es gibt noch zahlreiche andere Fragen. Anschließend wende dich der positiven Seite zu. Auch hier denke einmal über folgende Fragen nach:

  • Was hat dich gestärkt?
  • Welche Ressourcen gibt es in deiner Familie?
  • Für was und wen bist du dankbar?
  • Wo profitierst du von deinen Vorfahren?
  • Wie haben sie Krisen gemeistert? Was hat ihnen dabei geholfen?

Die Auseinandersetzung mit der Familienbiografie kann auch mitunter schmerzhaft sein. Manchmal kommen auch sehr unschöne Geschichten zum Vorschein, alter Schmerz bricht durch. Lass all die Gefühle zu. Nimm dir Zeit in deine Familienbiografie einzutauchen, sie mit allen Sinnen zu erfassen, zum sortieren. Es geht hier um dich und  dein Leben. Spüre einmal nach, was dir gut tut und was nicht. Hab keine Angst vor der Dunkelheit, der dunklen Seite. Beleuchte die alten Tabus, die bis dato wohlgehüteten Geheimnisse. In der Auseinandersetzung wirst du vielleicht feststellen, dass manche Ereignisse sich wiederholen, sich Lebenswege ähneln. Nimm den negativen Dingen und Ereignissen ihren Schrecken, ihre Macht. Oft geht es hier auch um die Würdigung anderer schwerer Schicksale. Dies wird oft in der Aufstellungsarbeit sehr deutlich.

Übernimm nun die Verantwortung für dich, dein Leben, dein Glück und Wohlergehen. Stelle die Weichen neu – um. Du schaffst es – hab keine Angst. Solltest du allein nicht weiterkommen, kann professionelle Hilfe oder eine Familienaufstellung sehr hilfreich sein.

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